„Wer das Saatgut kontrolliert, beherrscht die Welt.“
(ehemaliger US-Außenminister Henry Kissinger.)
"Wer das Saatgut kontrolliert, beherrscht die Welt", das wissen auch die großen Agrarkonzerne, wie Monsanto, Syngeta und Bayer, die inzwischen 67% -80% des weltweiten Saatgutmarktes beherrschen und sich nun auch die geistigen Eigentumsrechte an allen Kulturpflanzen sichern wollen – auch auf nicht genetisch manipulierte Pflanzen.
So wurde mit Spannung ein Urteil des Europäischen Gerichtsfofes erwartet, welches letzte Woche verkündete wurde und sich mit dem Saatguthandel alter nicht zugelassener Sorten befasste.
Hintergrund
Laut EU-Recht dürfen unzertifizierte Sorten nicht in den Handel, sondern müssen in mindestens einem EU-Staat zugelassen sein. Die Zulassung ist aber aufwendig und teuer ist und so können sich dies meist nur große Unternehmen leisten. Seltene und regionale Sorten verschwinden daher immer mehr vom Markt. In Frankreich handelt Kokopelli, ein nicht kommerzieller Verein, mit Saatgut von mehr als 461 nicht zugelassenen alten Gemüsesorten, die er erhalten will. Das passte dem industriellen Saatgut-Hersteller Graines Baumaux nicht und er verklagte Kokopelli wegen unlauteren Wettbewerbs auf Schadenersatz und forderte ein Vermarktungsverbot der Sorten, die nicht im amtlichen Saatgut-Katalog eingetragen sind.
das Urteil
Das Urteil des EuGH bestätigte das bestehende Saatgutrecht in der Europäischen Union.
Auf der anderen Seite wurde dem Anliegen der Firma Kokopelli durch die neuen Richtlinien der EU über die Zulassung von Erhaltungssorten landwirtschaftlicher Arten und Amateursorten von Gemüse Rechnung getragen. Hierzu stellt das Gericht fest:
"Diese Richtlinien berücksichtigen nämlich die wirtschaftlichen Interessen der Verkäufer "alter Sorten", da sie deren Inverkehrbringen unter bestimmten Voraussetzungen erlauben."
Gemeint ist die erleichtert Zulassung von Sorten für "besondere Zwecke" und für Sorten von regionaler Bedeutung. Auch Gemüsesorten, die von Hobbygärtnern nachgefragt werden, sogenannte Amateursorten, fallen unter diese Regelung.
Auswirkungen
Diese Entscheidung wurde sehr widersprüchlich aufgenommen. Die einen jubelten, Titelzeile Focus: EU-Gericht bricht die Macht der Saatgut-Weltkonzerne, die anderen sahen in diesem Urteil nur eine weitere Zementierung der Rechte großer Agrarunternehmen.
Hierzu eine Presseerklärung der Kampagne für Saatgut-Souveränität:
Der Europäische Gerichtshof hat mit seiner heutigen Entscheidung die Gültigkeit des EU-Saatgutrechts festgestellt. Damit hat es die grundlegende Kritik der Generalanwältin an der bestehenden Saatgutgesetzgebung verworfen. Demnach bleiben Vermarktungsverbote bestehen, die für Saatgut von Pflanzensorten gelten, die nicht in offizielle Sortenkataloge eingetragen sind. Eine Niederlage für die landwirtschaftliche Biodiversität und für alle, die sich für sie einsetzen und die selbstbestimmt Gartenbau und Landwirtschaft betreiben wollen. Erstaunlicherweise hat das Urteil aber bislang weitgehend positive Reaktionen hervorgerufen, die es mitunter gar als einen Schritt hin zu mehr Vielfalt feiern.
„Dieses Urteil ist ärgerlich und wirklichkeitsfremd”, so Andreas Riekeberg von der Kampagne für Saatgut-Souveränität. „Das Gericht hat lediglich eine Rechtfertigung für das bestehende Regelwerk der EU abgeliefert, ohne erkennbar auf die detaillierte Kritik von Generalanwältin Kokott an der dadurch vorangetriebenen Zerstörung der Vielfalt auf den Feldern und in den Gärten auseinander gesetzt zu haben. Ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich für die landwirtschaftliche Vielfalt einsetzen. Dies Urteil schreibt die Begünstigung der Saatgut-Industrie und ihrer industriellen Pflanzensorten fort. Sorten, die einen hohen Bedarf an Dünger und Pestiziden haben und sehr uniform sind.”
Jürgen Holzapfel, der auf dem Hof Ulenkrug in Mecklenburg-Vorpommern Getreide von alten Sorten anbaut und selber Saatgut gewinnt, schildert die gegenwärtige Lage: „Wenn ich hier Saatgut anbaue, dann müsste ich den Behörden melden, was ich wo in welchem Umfang anbaue. Und das nur für die eigene Verwendung. Wenn ich es in Verkehr bringen wollte, müsste ich eine Zulassung als Erhaltungssorte beantragen, dafür Gebühren zahlen und Mengenbeschränkungen beachten. Und mich mit anderen Saatguterzeugern abstimmen, damit wir nicht zusammen eine Höchstmenge überschreiten. Es stimmt einfach nicht, wenn das EuGH in seiner Presse-Erklärung behauptet, diese Zulassungsregelung würde das Ziel der Erhaltung der pflanzengenetischen Ressourcen gewährleisten.”
„Wir werden weiterhin für das Recht aller Gärtner/innen und Landwirt/innen streiten, selber zu bestimmen, welche Sorten sie anbauen dürfen”, beschreibt Anne Schweigler die Ziele der Kampagne für Saatgut-Souveränität. „Dafür werden wir auch künftig Saatgut-Tauschmärkte organisieren und regionale und internationale Vernetzung und Austausch fördern. Der Anbau von Lebensmitteln und die Ernährung müssen selbstbestimmt möglich sein und dürfen nicht der Kontrolle der Saatgut-Konzerne unterliegen. Letztlich müssen dem auch die EU-Regeln und die nationalstaatlichen Gesetzgebungen folgen.”
Die Saatgutkampagne kritisiert, dass die EU mit ihrer Erhaltungsrichtlinie die biologische Vielfalt nur in einem sehr kleinen Rahmen schützen will, gleichzeitig aber zu verhindern versucht, dass regionale bäuerliche Sorten etwa von Gemüse, Getreide und Ölsaaten einen Parallelmarkt zum Saatgutmarkt der Industrie bilden könnten. Diesem hat sich heute auch das EuGH angeschlossen, indem es das Bestreben des Unionsgesetzgebers rechtfertigt, „die Bildung eines Parallelmarkts für dieses Saatgut (gemeint ist Saatgut von Erhaltungssorten, A.R.) zu verhindern”. Ein etwaiger Parallelmarkt droht ja mitnichten, „den Binnenmarkt für Saatgut von Gemüsesorten zu behindern”, wie die Pressemitteilung des EuGH formuliert. Lediglich den Gewinnabsichten der marktbeherrschenden Saatgutkonzerne hätte er in die Quere kommen können.
Die Saatgutkampagne weiß sich mit der großen Mehrheit der Erhaltungsinitiativen in Europa einig, dass diese Erhaltungsrichtlinie eine erneute Behinderung der Erhaltung der biologischen Vielfalt darstellt und glücklicherweise in der Wirklichkeit nicht umsetzbar ist. Die Gefahr besteht allerdings darin, dass sie in Einzelfällen gegen Bauern eingesetzt wird: nämlich dann, dann wenn deren Saatgutarbeit den Saatgut-Konzernen lästig wird.
Hintergrund:
Der Rechtsstreit in Frankreich zwischen der Sortenerhaltungs-Organisation Kokopelli und dem Saatgutkonzern Graines Beaumaux hatte die Frage nach der Gültigkeit des EU-Rechtes aufgeworfen, die dem EuGH vorgelegt worden war. Das Plädoyer von Generalanwältin Juliane Kokott vom 19.1.2012 hatte hoffen lassen, dass die vielfalts- und selbstbestimmungsfeindlichen EU-Richtlinien als ungültig verworfen werden könnten.
Saatgut darf in der EU grundsätzlich nur gehandelt werden, wenn es eine Zulassung hat. Was ursprünglich zur Sicherstellung eine Qualitätsniveaus gedacht war, hat sich über die Jahrzehnte als starke Einschränkung für die Sortenvielfalt erwiesen. Viele alte Sorten sind aus den Regalen der Geschäfte und von den Feldern der Bauern/Bäuerinnen und Gärtner/innen verschwunden, da sie nicht zugelassen wurden. Denn jede Zulassung kostet Geld und ist mit bürokratischen Hürden versehen.
In den letzten 30 Jahren hat eine enorme Konzentration auf dem Saatgut-Markt stattgefunden, wenige transnationale Konzerne beherrschen 65-80% des Saatgutmarktes, je nach Pflanzengruppe (Getreide, Gemüse, Rüben, Ölpflanzen) und Region. Das hat die Zerstörung der Sortenvielfalt weiter beschleunigt. Vor wenigen Jahren hat die EU endlich ein Erhaltungssorten-Recht eingeführt, mit drei Richtlinien von 2008-2010. Doch auch hier schränken Höchstmengen und Zulassungsverfahren die Tätigkeit der Landwirt/innen und Gärtner/innen erheblich ein. http://www.saatgutkampagne.org/
ARD-Tagesthemen: "EuGH zementiert die Macht der industriellen Saatgut-Hersteller"
Interview auf Radio Deyeckland Freiburg zum EuGH-Urteil, am 13.7.2012. Anhören
EuGH: Das Urteil im Volltext
Kokopelli - Saatgut
Kampagne für Saatgut-Souveränität
freie Saaten e.V.
Dachverband Kulturpflanzen, Nutztiere Vielfalt
mein erstes Gemüsebeet von meine-ernte
Dienstag, 17. Juli 2012
Urbanes Gärtnern - STADTACKER auf dem Tempelhofer Feld, Juli 2012
Urban Farming - STADTACKER auf dem Tempelhofer Feld, Berlin, Juli 2012
Das Gartenprojekt STADTACKER auf dem Tempelhofer Feld befindet sich im zweiten Jahr.
Pionierfeld 1, Columbiadamm 2010 – 2013

Auf einer 1000m² großen Fläche am nördlichen Rand des Tempelhofer Felds befindet sich das vom Jobcenter geförderte Urban Farming Projekt "Stadtacker". 10 Arbeitssuchende aus dem künstlerischen bzw. gärtnerischen Bereich entwickeln für einen Nutz- und Kunstgarten Projekte, die sie eigenverantwortlich umsetzen. Leitgedanken sind hiebei „Urban Farming“, „Transition Town“ oder „Permakultur“, bei deren Umsetzung Nachhaltigkeit und Biodiversität statt Monokultur im Vordergrund stehen.
In Pflanzsäcken, Plastikkisten und zusammengezimmerten Holzkästen wachsen Gemüse, Kräuter, Getreide und Blumen.
Verschiedene Projekte wie eine Kräuterspirale, ein Flaschenbaum, eine Klanginstallation aus leeren Pet-Flaschen und eine Windschaukel aus Sperrholz sind bereits verwirklicht worden.
Auf der Hompage ist zu lesen, dass sich Stadtacker am 27. Juli in einer öffentlichen Vorstellung präsentieren möchte. Allerdings gibt es dazu noch keine weiteren Informationen.
Stadtacker Homepage
Ideeninitiative Zukunft, Projektübersicht
Fotostream von t-feldin auf flickr
Tempelhofer Freiheit -Stadtacker/Stattacker
Windschaukel -Foto:Ella |
Verschiedene Projekte wie eine Kräuterspirale, ein Flaschenbaum, eine Klanginstallation aus leeren Pet-Flaschen und eine Windschaukel aus Sperrholz sind bereits verwirklicht worden.
Auf der Hompage ist zu lesen, dass sich Stadtacker am 27. Juli in einer öffentlichen Vorstellung präsentieren möchte. Allerdings gibt es dazu noch keine weiteren Informationen.
Stadtacker Homepage
Ideeninitiative Zukunft, Projektübersicht
Fotostream von t-feldin auf flickr
Tempelhofer Freiheit -Stadtacker/Stattacker
Dienstag, 12. Juni 2012
Langer Tag der Stadtnatur
----- Achtung!!!-----Unbedingt das nächste Wochenende freihalten.-----
Denn am 16./17. Juni ist es wieder soweit, der 6. Lange Tag der Stadtnatur geht in Berlin an den Start.Urban Gardening ist der diesjährige Schwerpunkt der Aktionstage. Zahlreiche Gemeinschaftsgärten bieten Führungen an, Stadtimker geben Gelegenheit die Bienenstöcke auf dem Dach oder z.B. auf dem Tempelhofer Feld zu besichtigen, verbunden mit vielen weiteren Informationen über Bienen und das Imkern in der Stadt. Wer etwas über die Ideen und deren Umsetzung des, wie ich ihn immer nenne, genialen Herrn Fukuoka kennenlernen möchte, hat hierzu die Möglichkeit, Wild- und Heilkräuter gilt es zu erforschen und, und, und,.....
Die Qual der Wahl ist groß, insgesamt gibt es über 500 Aktionen für Groß und Klein.
Aber nicht nur städtisches Gärtnern, auch die vielen Aktionen an den schönsten Naturschauplätzen in Berlin machen Lust auf eine Entdeckungstour durch Berlins grüne Welten.
Weitere Infos, das komplette Program und Ticketinformationen auf
http://www.langertagderstadtnatur.de/start/
Und wem das alles noch nicht reicht, dem ist wärmstens Berlins größtes Kulturevent "48 Stunden Neukölln empfohlen. http://www.48-stunden-neukoelln.de/2012/
Donnerstag, 7. Juni 2012
Terra Preta - Ausstellung im Botanischen Museum Berlin
Die Natur kennt keine Abfälle: Terra Preta – Eine Chance für die Nachhaltigkeit
-Mit der Ausstellung „Die Natur kennt keine Abfälle“ präsentiert das Botanische Museum Berlin einen spannenden Einblick in die "Terra-Preta-Technologie" und stellt aktuelle Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Deutschland zur Thematik vor. Die Terra-Preta-Technologie wurde von den Ureinwohnern im Amazonasgebiet vor Jahrhunderten genutzt, um aus Fäkalien und anderen organischen Abfällen eine Art „Wundererde“ herzustellen: einen sehr nährstoffreichen Humus. Die Terra-Preta-Technologie ist heute das Zauberwort im Bereich nachhaltiger Ressourcennutzung, Klimaschutz und städtischer Landwirtschaft. Die Ausstellung wurde von der Arbeitsgruppe Geoökologie des Fachbereiches Geowissenschaften und dem Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem der Freie Universität Berlin konzipiert. Die zweisprachige Schau (deutsch, englisch) ist vom 14. Juni bis 30. September 2012 täglich von 10 bis 18 Uhr im Botanischen Museum Berlin-Dahlem zu sehen. Eröffnet wird sie anlässlich der bundesweiten Woche der Botanischen Gärten mit dem Motto „Nachwachsende Rohstoffe: Pflanzen – Produkte – Perspektiven“.- (Text:BGBM)
Die Natur kennt keine Abfälle: Terra Preta – Eine Chance für die Nachhaltigkeit
Galerieausstellung im Botanischen Museum Berlin-Dahlem
Ort: Königin-Luise-Str. 6-8,
14195 Berlin Botanisches Museum Berlin-Dahlem
Dauer: 14. Juni bis 30. September 2012,
täglich von 10 bis 18 Uhr
Eintritt: Erwachsene 2,50 €, ermäßigt 1,50 €
(beim Garteneintritt 6 €, erm. 3 € ist der Museumseintritt inklusive)
Infos: http://www.terraboga.de/ – zum Forschungsprojekt
http://www.botanischer-garten-berlin.de/ – zum Botanischen Garten und
Botanischen Museum Berlin-Dahlem
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Dienstag, 5. Juni 2012
Lesetipp: urban gardening - die grüne Guerilla
Der Freitag widmet sich diese Woche dem Thema urban Gardening.
Christa Müller, Autorin des Buches Urban Gardening: Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt, beleuchtet in zwei Artikeln die politischen Aspekte der urbanen Gärtnerei.
Die grüne Guerilla
Nirgendwo auf der Welt ist städtisches Gärtnern so vielfältig wie in Deutschland. Über eine politische Avantgarde......hier
Neue grüne Welle
Es geht nicht nur um Wohlfühl-Ökos und Landlust: Das Gärtnern in der Großstadt ist politisch. Phänomenologie einer Bewegung....hier
Christa Müller, Autorin des Buches Urban Gardening: Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt, beleuchtet in zwei Artikeln die politischen Aspekte der urbanen Gärtnerei.
Die grüne Guerilla
Nirgendwo auf der Welt ist städtisches Gärtnern so vielfältig wie in Deutschland. Über eine politische Avantgarde......hier
Neue grüne Welle
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Wachsende Möbel und Häuser - Treeshaping meets Urban Farming
Treeshaping meets Urban Farming
Eine alte Idee hat das Berliner Designstudio Aisslinger aufgegriffen und zeitgemäß umgesetzt. Möbel sollen aus regionalen Pflanzen wachsen. Der Prototyp ist ein Gartenstuhl aus Weiden.
Aisslinger verfolgt die Vision von Produktplantagen als gewollte Provokation im Kontrast zu IKEA und Co. Dies möchte man auch mit anderen, alternativen Konzepten wie "Urban Farming" verbinden. Nun sucht man nach Unterstützung, um auf städtischen Grünflächen den Anbau von Gemüse und Möbeln zu demonstrieren und die Wirkung auf die Öffentlichkeit auszuloten sowie Aufmerksamkeit zu schaffen.
Das Konzept lässt sich mit weiteren Formen und Materialien erweitern. "Es gibt zum Beispiel schnellwachsende Pilzarten, die nach dem Aushärten eine hohe Festigkeit aufweisen", erklärt Lechner. Neben der Herstellung von Einrichtungsgegenständen ist es auch denkbar, ganze Strukturen für leichte Konstruktionen wie Gartenhäuser wachsen zu lassen.
Den Ursprung dieser Idee findet man in Indien. Das War-Khasi Volk stellte mit den Wurzeln der einheimischen Banyan-Feige Stege und Brücken her. Bis diese voll funktionsfähig sind dauert es 10-15 Jahre. Erwartet wird, dass diese Bauwerke eine Lebenszeit von 600 Jahren haben.
Ich pflanz mir ein Haus...
Nicht nur Möbel sondern auch Häuser sollen auf diese Weise hergestellt werden. Im Waldgartendorf bei Nentershausen-Triesch entwickelt sich seit 1992 ein herausragendes Permakultur Projekt. Diese Form der nachhaltigen Landwirtschaft nutzt die Kräfte der Natur. Durch bewusste Planung und intuitive Gestaltung entsteht ein produktives und stabiles Ökosystem. Die große Besonderheit im Waldgartendorf sind wachsende Häuser aus lebenden Bäumen von Konstantin Kirsch.
Viele Forschungen von Konstantin Kirsch basieren auf den Aufzeichnungen, die 1926 vom Naturbau-Pionier Arthur Wiechula in seinem Werk Wachsende Häuser aus lebenden Bäumen entstehend in Deutschland veröffentlicht wurden.
Studio Aisslinger, http://aisslinger.de/
Wikipedia: Tree shaping, http://en.wikipedia.org/wiki/Tree_Shaping
Naturbauten, http://www.naturbauten.org/index.html
Arthur Wichula, http://www.strecker-online.de/antiquariat/antiq001.html
Gebrauchsskulpturen, http://www.lebendlaube.de/gebrauchsskulpturen.html
Pooktre Tree Shapers -Bilder, Videos und mehr-, http://pooktre.com/photos/
Eine alte Idee hat das Berliner Designstudio Aisslinger aufgegriffen und zeitgemäß umgesetzt. Möbel sollen aus regionalen Pflanzen wachsen. Der Prototyp ist ein Gartenstuhl aus Weiden.
Aisslinger verfolgt die Vision von Produktplantagen als gewollte Provokation im Kontrast zu IKEA und Co. Dies möchte man auch mit anderen, alternativen Konzepten wie "Urban Farming" verbinden. Nun sucht man nach Unterstützung, um auf städtischen Grünflächen den Anbau von Gemüse und Möbeln zu demonstrieren und die Wirkung auf die Öffentlichkeit auszuloten sowie Aufmerksamkeit zu schaffen.
Das Konzept lässt sich mit weiteren Formen und Materialien erweitern. "Es gibt zum Beispiel schnellwachsende Pilzarten, die nach dem Aushärten eine hohe Festigkeit aufweisen", erklärt Lechner. Neben der Herstellung von Einrichtungsgegenständen ist es auch denkbar, ganze Strukturen für leichte Konstruktionen wie Gartenhäuser wachsen zu lassen.
Den Ursprung dieser Idee findet man in Indien. Das War-Khasi Volk stellte mit den Wurzeln der einheimischen Banyan-Feige Stege und Brücken her. Bis diese voll funktionsfähig sind dauert es 10-15 Jahre. Erwartet wird, dass diese Bauwerke eine Lebenszeit von 600 Jahren haben.
Ich pflanz mir ein Haus...
Nicht nur Möbel sondern auch Häuser sollen auf diese Weise hergestellt werden. Im Waldgartendorf bei Nentershausen-Triesch entwickelt sich seit 1992 ein herausragendes Permakultur Projekt. Diese Form der nachhaltigen Landwirtschaft nutzt die Kräfte der Natur. Durch bewusste Planung und intuitive Gestaltung entsteht ein produktives und stabiles Ökosystem. Die große Besonderheit im Waldgartendorf sind wachsende Häuser aus lebenden Bäumen von Konstantin Kirsch.
Viele Forschungen von Konstantin Kirsch basieren auf den Aufzeichnungen, die 1926 vom Naturbau-Pionier Arthur Wiechula in seinem Werk Wachsende Häuser aus lebenden Bäumen entstehend in Deutschland veröffentlicht wurden.
Studio Aisslinger, http://aisslinger.de/
Wikipedia: Tree shaping, http://en.wikipedia.org/wiki/Tree_Shaping
Naturbauten, http://www.naturbauten.org/index.html
Arthur Wichula, http://www.strecker-online.de/antiquariat/antiq001.html
Gebrauchsskulpturen, http://www.lebendlaube.de/gebrauchsskulpturen.html
Pooktre Tree Shapers -Bilder, Videos und mehr-, http://pooktre.com/photos/
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Freitag, 1. Juni 2012
meine ernte, Mai 2012, Berlin - Rudow
meine ernte, Mai 2012, Berlin - Rudow
Es ist so weit !!!
Am 1. Mai startete die neue Saison auf den Gemüsebeeten von meine ernte in Berlin-Rudow.
Frisches Gemüse vom eigenen Beet ernten ist in der Großstadt nicht selbstverständlich, daher ist die Idee Ackerflächen in der Stadt oder Stadtnähe von einem Landwirt mit etwa 20 verschiedenen Gemüsesorten vorzubereiten und dann für eine Saison diese bepflanzten Flächen in Parzellen zu teilen und an Großstädter zu vermieten, großartig.
Das Gemüse legt keine langen Transportwege zurück, was der CO2 Bilanz zu Gute kommt, und es wird nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt, beim Düngen besteht bei uns in Rudow allerdings noch Nachholbedarf, dazu später mehr.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, in den wöchentlichen Newslettern gibt es Tipps zu den erforderlichen Arbeiten, aber auch zum jeweiligen Gemüse gibt es Infos, ergänzt mit leckeren Rezeptvorschlägen.
Da auf dem Beet immer eine Freifläche ist, welche nach eigenen Wünschen bepflanzt werden kann, war es gut möglich, schon mal zu planen, mit welchen persönlichen Lieblingspflanzen der Anbauplan ergänzt werden soll.
Ich habe mich in diesem Jahr für Knollenfechel Fino, Kürbis Trombetta di Albenga, Neuseeländer Spinat, Rotkohl Roodkop, Zierkohl Negro Romano, Rote Bete Tonda Di Chioggia, Pastinake Aromata, Zuckermais Golden Bantam und Puffbohnen Hangdown entschieden. Da ich im Frühjahr auf der Fensterbank viel zu viel ausgesät habe und mein Balkon aus allen Nähten platzt, müssen nun auch noch ein paar Tomaten, Paprika, Chillies und Andenbeeren auf dem Beet ihren Platz finden.
Zur Saisoneröffnung am 1. Mai fanden sich viele Gärtner aus dem letzten Jahr wieder ein.
Die Freude, dass es nun endlich wieder losgeht war sehr groß.
Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung durch das meine ernte Team und Benny Gericke, dem Landwirt, wurde von den anwesenden Kindern symbolisch ein rotes Band durchschnitten und die Suche nach dem Beet, welches mit einem Wuschnamen beschriftet ist, ging los.

Wege wurden "markiert" und viele konnten es garnicht mehr abwarten und pflanzten ihr erstes Gemüse.
Als plötzlich von einem Nachbarbeet ein Ausruf des Schreckens kam: "Es wurde dies Jahr schon wieder mit Blaukorn gedüngt!", war bei vielen Gärtnern allerdings die gute Stimmung vorbei.
Wir als Gärtner sind verpflichtet auf leichtlöslichen Mineraldünger und chemisch-syntetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Das ist auch gut so, denn wir möchten gerne Gemüse in Bio-Qualität ernten. Wie steht das aber in Einklang mit einem Ackerboden, der mit Kunstdünger bearbeitet wurde, welcher langfristig den Boden zerstört, da keine Humusschicht aufgebaut wird und der das Grundwasser mit Nitrat verschmutzt? Diese Art der Düngung ist weder nachhaltig noch zeitgemäß und Herr Gericke, übrigens von einigen schon Blaukorn-Benny genannt, sollte sich für eine ökologisch Umstellung der Bodenbewirtschaftung geeigneten Fachrat holen.
Abgesehen von dieser wirklich ärgerlichen und hoffentlich im nächsten Jahr geänderten Vorgehensweise beim Düngen, ist es genau wie im letzten Jahr ein Vergnügen auf dem Gemüsebeet zu arbeiten.
Da der Mai sehr trocken war, musste ganz im Gegensatz zum letzten Jahr viel gegossen werden, die "Wunschbeete" wurden bepflanzt und der Boden gelockert.
Jetzt nach etwa vier Wochen haben sich schon viele Setzlinge gut entwickelt und viele der ausgesäten Pflanzen haben sich ihren Weg ans Licht gebahnt, andere lassen noch auf sich warten.
Spinat, Petersilienwurzel und, wie bei mir schon im letzten Jahr, die Landgurke haben es nicht geschafft.
Auf meinem Wunschbeet wächst und gedeiht alles kunterbunt durcheinander: Rotkohl, Palmkohl, Tomaten, Pastinaken, Neuseeländer Spinat, Rote Bete, Chilli, Physalis, Paprika, Mais, Kürbis, Puffbohnen und dazwischen habe ich Ringelblumen ausgesät.
Es ist so weit !!!
Am 1. Mai startete die neue Saison auf den Gemüsebeeten von meine ernte in Berlin-Rudow.
Frisches Gemüse vom eigenen Beet ernten ist in der Großstadt nicht selbstverständlich, daher ist die Idee Ackerflächen in der Stadt oder Stadtnähe von einem Landwirt mit etwa 20 verschiedenen Gemüsesorten vorzubereiten und dann für eine Saison diese bepflanzten Flächen in Parzellen zu teilen und an Großstädter zu vermieten, großartig.
Das Gemüse legt keine langen Transportwege zurück, was der CO2 Bilanz zu Gute kommt, und es wird nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt, beim Düngen besteht bei uns in Rudow allerdings noch Nachholbedarf, dazu später mehr.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, in den wöchentlichen Newslettern gibt es Tipps zu den erforderlichen Arbeiten, aber auch zum jeweiligen Gemüse gibt es Infos, ergänzt mit leckeren Rezeptvorschlägen.
Rechtzeitig im November 2011 gab es den voraussichtlichen Anbauplan.
Da auf dem Beet immer eine Freifläche ist, welche nach eigenen Wünschen bepflanzt werden kann, war es gut möglich, schon mal zu planen, mit welchen persönlichen Lieblingspflanzen der Anbauplan ergänzt werden soll.
Ich habe mich in diesem Jahr für Knollenfechel Fino, Kürbis Trombetta di Albenga, Neuseeländer Spinat, Rotkohl Roodkop, Zierkohl Negro Romano, Rote Bete Tonda Di Chioggia, Pastinake Aromata, Zuckermais Golden Bantam und Puffbohnen Hangdown entschieden. Da ich im Frühjahr auf der Fensterbank viel zu viel ausgesät habe und mein Balkon aus allen Nähten platzt, müssen nun auch noch ein paar Tomaten, Paprika, Chillies und Andenbeeren auf dem Beet ihren Platz finden.
Zur Saisoneröffnung am 1. Mai fanden sich viele Gärtner aus dem letzten Jahr wieder ein.
Die Freude, dass es nun endlich wieder losgeht war sehr groß.
Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung durch das meine ernte Team und Benny Gericke, dem Landwirt, wurde von den anwesenden Kindern symbolisch ein rotes Band durchschnitten und die Suche nach dem Beet, welches mit einem Wuschnamen beschriftet ist, ging los.

Wege wurden "markiert" und viele konnten es garnicht mehr abwarten und pflanzten ihr erstes Gemüse.
Als plötzlich von einem Nachbarbeet ein Ausruf des Schreckens kam: "Es wurde dies Jahr schon wieder mit Blaukorn gedüngt!", war bei vielen Gärtnern allerdings die gute Stimmung vorbei.
Wir als Gärtner sind verpflichtet auf leichtlöslichen Mineraldünger und chemisch-syntetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Das ist auch gut so, denn wir möchten gerne Gemüse in Bio-Qualität ernten. Wie steht das aber in Einklang mit einem Ackerboden, der mit Kunstdünger bearbeitet wurde, welcher langfristig den Boden zerstört, da keine Humusschicht aufgebaut wird und der das Grundwasser mit Nitrat verschmutzt? Diese Art der Düngung ist weder nachhaltig noch zeitgemäß und Herr Gericke, übrigens von einigen schon Blaukorn-Benny genannt, sollte sich für eine ökologisch Umstellung der Bodenbewirtschaftung geeigneten Fachrat holen.
Abgesehen von dieser wirklich ärgerlichen und hoffentlich im nächsten Jahr geänderten Vorgehensweise beim Düngen, ist es genau wie im letzten Jahr ein Vergnügen auf dem Gemüsebeet zu arbeiten.
Da der Mai sehr trocken war, musste ganz im Gegensatz zum letzten Jahr viel gegossen werden, die "Wunschbeete" wurden bepflanzt und der Boden gelockert.
Jetzt nach etwa vier Wochen haben sich schon viele Setzlinge gut entwickelt und viele der ausgesäten Pflanzen haben sich ihren Weg ans Licht gebahnt, andere lassen noch auf sich warten.
Spinat, Petersilienwurzel und, wie bei mir schon im letzten Jahr, die Landgurke haben es nicht geschafft.
Auf meinem Wunschbeet wächst und gedeiht alles kunterbunt durcheinander: Rotkohl, Palmkohl, Tomaten, Pastinaken, Neuseeländer Spinat, Rote Bete, Chilli, Physalis, Paprika, Mais, Kürbis, Puffbohnen und dazwischen habe ich Ringelblumen ausgesät.
Freitag, 11. Mai 2012
Wesensgemäße Bienenhaltung in der Stadt - Workshop im Prinzessinnengarten #1
Honig schmeckt und ist gesund!
Dass die Stadt den Bienen mehr zu bieten hat als das Land, ist inzwischen bekannt. Ein reich gedeckter Tisch vom Frühjahr bis zum Herbst, weitestgehend ohne Chemie und Pestizide, stehen einem Angebot auf dem Land gegenüber, dass nach der Rapsernte nur noch mager ist und die Bienen schwächt.
So entwickelt sich seit einigen Jahren stetig das Interesse an der Stadtimkerei. In Berlin gibt es inzwischen etwa 500 Stadtimker, Tendenz steigend.
Am letzten Samstag im April fand im Prinzessinnengarten der erste Teil eines Bienenkurses zur "wesensgemäßen Bienenhaltung in der Stadt" statt, den Heinz Risse, der dortige Imker, anbietet.
Was ist wesensgemäße Bienenhaltung?
In der wesensgemäßen Bienenhaltung wird mit der Natur gearbeitet und nicht gegen sie. Die Bedürfnisse der Bienen stehen im Vordergrund und nicht der maximale Honigertrag.
Das heißt:
- natürliche Materialien
- Naturwabenbau - die Bienen bauen ihre Waben im Brutraum ausschließlich mit eigenem Wachs
- Vermehrung über den natürlichen Schwarmtrieb
- keine künstliche Königinnenzucht
- Zufütterung mit Zucker nur wenn nötig
- Behandlung der Varoamilbe mit rückstandsfreien organischen Stoffen
Im praktischem Teil stellte Heinz Risse verschiedene Bienenkästen vor ....
.... und das wichtigste Zubehör, wie Trägerleisten, Rahmen, Bienenbesen, Stockmeißel, Smoker und Schutzkleidung..
Die Bienenkästen wurden zum ersten mal in diesem Jahr geöffnet. Fleißig bauten die Bienen an ihrem Zuhause und füllten den Honigraum.
Naturwabenbau in der Hochwabe |
Naturwabenbau - Top-Bar-Hive |
Weiter geht es am 12. Mai im zweiten Teil des Kurses.
Infos:
Bienenkiste, http://www.bienenkiste.de/
Warré Bienenhaltung, http://www.warre-bienenhaltung.de/
Top-Bar-Hive, http://www.top-bar-hive.de/
Hochwabe, http://www.mellifera.de/mellifera/mellifera.praxis.forschung/mellifera.einraumbeute/index.html
Wesensgemäße Imkerei, http://www.mellifera.de/
Hörbeitrag zum Thema Bienen im Prinzessinnengarten, http://www.kuechenradio.org/wp/?p=777
Infos zum Bienenkurs
Freitag, 20. April 2012
Hörtipp: Urban Farming - Biogärten für arme Megastädte
«Urban Farming» ist eine neue Lifestyle-Bewegung, die das Gärtnern in unseren Städten fördern will. In armen Ländern hingegen kann «Urban Farming» überlebensnotwendig sein. In der wuchernden Millionenstadt Addis Abeba etwa entwickelt ein äthiopischer Wissenschaftler eine spezielle Form von Gartenbau für die Ärmsten der Armen.
Sendetermin: DRS 2, Samstag, 21.4.2012, 12.40 Uhr
Die Sendung kann man hier online hören.
Sendetermin: DRS 2, Samstag, 21.4.2012, 12.40 Uhr
Die Sendung kann man hier online hören.
Die Produktive Stadt / Carrot City - Designing for Urban Agriculture
Die Produktive Stadt / Carrot City - Designing for Urban Agriculture
23.04. -09.05.2012, Schloss Hohenheim, Stuttgart
Die Wanderaustellung "Die Produktive Stadt / Carrot City - Designing for Urban Agriculture" machte in Deutschland bereits Station in Berlin, München und Hannover. Nun schlägt sie Ihre Zelte im Schloss Hohenheim in Stuttgart auf.
"Vom kleinen Glück im Grünen in den Straßen New Yorks bis zu futuristischen Entwürfen: So weit spannt sich der Bogen an Gestaltungsbeispielen der Wanderausstellung auf Schloss Hohenheim. Unter dem Titel „Carrot City –Designing for Urban Agriculture“ zeigt ein Ausstellungsteil verschiedene Beispiele aus Nord-Amerika. Der Ausstellungsteil
"Die Produktive Stadt“ ergänzt Beispiele aus Berlin und München." (Pressemitteilung)
weitere Infos:
Pressemiteilung
Flyer
http://www.ryerson.ca/carrotcity/
http://neukoelln-goes-country.blogspot.de/2011/09/ausstellung-im-architekturmuseum-berlin.html
23.04. -09.05.2012, Schloss Hohenheim, Stuttgart
![]() |
Community Garden in der Bronx, New York. Foto: Carolin Mees, 2009
|
"Vom kleinen Glück im Grünen in den Straßen New Yorks bis zu futuristischen Entwürfen: So weit spannt sich der Bogen an Gestaltungsbeispielen der Wanderausstellung auf Schloss Hohenheim. Unter dem Titel „Carrot City –Designing for Urban Agriculture“ zeigt ein Ausstellungsteil verschiedene Beispiele aus Nord-Amerika. Der Ausstellungsteil
"Die Produktive Stadt“ ergänzt Beispiele aus Berlin und München." (Pressemitteilung)
weitere Infos:
Pressemiteilung
Flyer
http://www.ryerson.ca/carrotcity/
http://neukoelln-goes-country.blogspot.de/2011/09/ausstellung-im-architekturmuseum-berlin.html
Urban Farming - Detroit, USA
Detroit - früher reiche Megacity, heute arme Shrinking City. Als Teil der Überlebensstrategie wurden Brachflächen genutzt, um Gemüse und Obst anzubauen. Inzwischen gibt es über 1300 Gärten in der Stadt, die zur Nahrungsmittelversorgung beitragen (siehe "Urban Farming - urbane Landwirtschaft in Detroit, USA")
Hier ein neuer Film über Urban Farming in Detroit
Hier ein neuer Film über Urban Farming in Detroit
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Mittwoch, 18. April 2012
International Sunflower Guerrilla Gardening Day 1. Mai 2012

Am 1. Mai 2012 ist es wieder so weit, bereits zum 6. Mal findet der "International Sunflower Guerrilla Gardening Day" statt. Guerilla Gärtner auf der ganzen Welt säen an diesem Tag Sonnenblumen in ihrer Nachbarschaft.
Baumscheiben, Straßenränder, Brachflächen, vernachlässigte Beete, Parks, ... -der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt- sind ideale Orte. Einzige Voraussetzung, der Standort sollte sonnig und die Erde nicht zu durchlässig sein, also kein Sandboden.
Und so gehts: Mit einem Stöckchen, z.B. einem Bleistift, ein ca. 3 cm tiefes Loch in die Erde bohren, einen oder sicherheitshalber zwei Sonnenblumensamen hineinlegen und wieder mit Erde bedecken. Wer es ganz perfekt machen möchte, nimmt eine Wasserflasche mit und gießt die Stelle noch ein wenig an.
Also verabredet Euch am 1. Mai zur Sunflower-Aktion oder zieht alleine los und bringt ein wenig Farbe in die Stadt. Toll wäre auch, wenn ihr ein vorher/nachher Foto macht!
http://www.guerrillagardening.org/
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Guerilla gardening
Dienstag, 17. April 2012
Hörtipp - saat des sieges. wie gärtner (mal wieder) die welt retten wollen
saat des sieges.
wie gärtner
(mal wieder)
die welt retten wollen
In einer Collage verschiedener Tonaufnahmen nähert sich Michael Lissek mit einem Augenzwinkern dem Thema "urban farming". Unter anderem benutzt er hierzu Propagandamaterial der US-amerikanischen und der englischen Regierung während des Zweiten Weltkriegs sowie ein ziemlich aktuelles Hörspiel der EDEKA-Gruppe, auch Marco Clausen vom Prinzessinnengarten, Berlin, sowie Christa Müller, Autorin des Buches "Urban Gardening.Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt", kommen zu Wort.
Eine dramatische Komödie, so der Autor, mit der deutschen Synchronstimme von Bruce Willis, die unterhaltsam ist und Spaß macht.
Also unbedingt reinhören.
Sendetermin: 21.04.2012, 18.05 Uhr, Deutschlandradio Kultur
Wer am Samstag keine Zeit hat, kann sich das Radio-Feature auch auf der Internetseite des Autors anhören. Dazu dort oder hier auf die Grafik clicken.
Das Manuskript zur Sendung kann man hier lesen.
Donnerstag, 5. April 2012
All My Cycle - Kreislaufprojekt von Ayumi Matsuzaka
All My Cycle - Kreislaufprojekt von Ayumi Matsuzaka
Im Sommer 2011 hatte ich die Gelegenheitheit Ayumi Matsuzaka bei einem Workshop zur Herstellung von Schwarzerde (terra preta) im Berliner Prinzessinnengarten kennzulernen.
Im Rahmen des Seminars stellte sie ihr Kreislaufprojekt vor. Seit 2010 stellt die Künstlerin mit ihren eigenen Ausscheidungen Terra Preta her und baut auf dieser fruchtbaren Erde Gemüse an, welches ihr als Nahrung dient.
Dabei stellt sie sich folgenden Herausforderungen:
"1) Den Kreislauf der Natur mittels meines eigenen Körpers zu erfahren.
2) Eine Brücke zwischen dem täglichen Leben und dem Kreislauf der Natur
zu schlagen.
3) Den dafür notwendigen Zeit- und Energieaufwand zu veranschaulichen.
4) Die Bauweise der dabei benötigten Hilfsmittel zu verbessern."
(Zitat aus der Dokumentation zum Projekt)
Ihre Erfahrungen teilt sie in einer Dokumentation, in Videoprojekten, auf Ausstellungen oder in Filmen mit anderen Menschen.
All My Cycle - Ayumi Matsuzaka from Goesta Struve-Dencher on Vimeo.
Zur Zeit läuft in Stuttgart Ayumi Matsuzakas Projekt "Eine grundlegende Tätigkeit (A Basic Exercise)". Hier ist die Bevölkerung aufgefordert eigene Ausscheidungen vorbeizubringen. Die Teilnehmenden und die Öffentlichkeit können nun bis März 2013 den Fermentierungsprozess verfolgen und erhalten im Juli 2013 einen Topf mit einer besonderen Blume.
Homepage Ayumi Matsuzaka
Dokumentation "All MyCycle"
"Eine grundlegende Tätigkeit (A Basic Exercise)", Stuttgart
Mittwoch, 4. April 2012
Zeichen setzen mit Golden Bantam Zuckermais
Wer im Mai kräftige Maissetzlinge auspflanzen möchte, sollte jetzt im April mit der Aussaat auf dem Fensterbrett beginnen.
Gleich mehrere Vorteile bietet die Sorte Golden Bantam:
- die frischen Kolben des Zuckermais schmecken köstlich,
- es handelt sich um eine alte samenfeste Bio-Sorte, aus der man für das nächste Jahr neues Saatgut gewinnen kann,
- man setzt mit der Aussaat und Pflanzung ein Zeichen gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais.
Bekannt wurde die Maissorte Golden Bantam durch die „Aktion Bantam-Mais“.
Jeder der Bantam-Mais anpflanzt, muß vor gentechnisch verändertem Pollen geschützt werden, besonders dann, wenn aus der Ernte neues Saatgut gewonnen und vermehrt werden soll. Desweiteren besteht laut Gentechnikgesetz das Recht zur Auskunft, wo in der Nachbarschaft gentechnisch veränderter Mais angebaut wird.
In den letzten Jahren wurde einiges erreicht: Der Anbau von Monsantos MON810 wurde in Deutschland und sieben weiteren EU-Staaten verboten. Der Gentechnikanbau und zuletzt auch Forschung und Versuchsanbau sind in Deutschland zum Erliegen gekommen und gehen in der EU weiter zurück.
Damit dies so bleibt, sollte man den eigenen Anbaustandort hier melden und so seinen Balkon, die Terrasse oder den Garten zur gentechnikfreien Zone machen.
Auf der Goldenen Bantam Karte 2012 sind alle Anbaustandorte in Deutschland zu sehen.

Meine Bantam-Maissämlinge strecken gerade ihre ersten grünen Blätter durch die Erde und werden in Berlin im Neuköllner Norden auf meinem Balkon und im Neuköllner Süden auf meinem Mietbeet in der klassischen Kombination mit Bohnen und Kürbis ausgepflanzt.
Der Mais dient den Bohnen als Stütze, die Bohnen reichern den Boden mit Stickstoff an, was Mais und Bohnen gleichermaßen nützt. Der Kürbis verschattet den Wurzelraum, so dass der Boden nicht so schnell austrocknet.
Die Bantam Seite mit vielen Infos: http://www.bantam-mais.de/
Infos auf Save Our Seeds: http://www.saveourseeds.org/de/ueber-uns/projekte.html
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