mein erstes Gemüsebeet von meine-ernte

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Montag, 19. November 2012

Parasite Farm - Indoor-Kompost-/Pflanzsystem für den Urban Farmer


Jeder ambitionierte Gärtner hat ihn und jeder ambitionierte Urban Farmer hätte ihn gern - guten Kompost.

Die Parasite Farm macht es möglich und bietet darüber hinaus noch Pflanzkästen für den Gemüseanbau in den eigenen vier Wänden.







Entwickelt wurde dieses Indoor-Kompost-/Pflanzsystem von Charlotte Dieckmann und Nils Ferber im Rahmen des Seminars "Agriculture and the City" an der Hamburger Hochschule für bildende Künste. In einer küchentauglich modern designten Wurmkiste werden Kompostwürmer mit dem anfallendem Biomüll gefüttert.










Die Parasite Farm ist einfach an einen Küchentisch oder eine Arbeitsplatte anzubringen.








Die Abfälle können direkt vom Schneidebrett, welches als Abdeckung integriert ist, in den Kompostbehälter geschoben werden





und schon nach wenigen Wochen kann der Sickersaft als Flüssigdünger für Zimmer- und Nutzpflanzen verwendet werden.





Nach ca. drei Monaten  ist der Kompostierprozess vollständig in Gang gesetzt und das erste organische Material von den Kompostwürmern zu Wurmhumus verdaut worden. Der so entstandene Kompost kann nun verwendet werden.








Um den Anbau von Gemüse in der Wohnung möglich zu machen, gestalteten die Designstudenten Pflanzkästen, die man einfach in ein Billy Regal, dies gibt es ja fast in jedem Haushalt, einsetzen kann. Der Nährstoffkreislauf schließt sich, wenn das Gemüse geerntet wird und die Reste der Parasite Farm zugefügt und wieder kompostiert werden.







Die Resonanz auf die Parasite Farm ist groß und es gibt viele Anfragen, wo man dieses System kaufen kann.
Zur Zeit wird die Parasite Farm von Charlotte Dieckmann noch getestet und optimiert. Nach Abschluss des Studiums in ein bis zwei Jahren, so die Pläne, wird die Parasite Farm soweit entwickelt sein, dass sie zum Verkauf angeboten wird.
Fotos und Skizzen mit freundlicher Genehmigung von Charlotte Dieckmann

Ausführliche Infos: http://charlottedieckmann.de/parasite-farm/
                              http://nilsferber.de/kitchen-composter.html 

Dienstag, 5. Juni 2012

Wachsende Möbel und Häuser - Treeshaping meets Urban Farming

Treeshaping meets Urban Farming



Eine alte Idee hat das Berliner Designstudio Aisslinger aufgegriffen und zeitgemäß umgesetzt. Möbel sollen aus regionalen Pflanzen wachsen. Der Prototyp ist ein Gartenstuhl aus Weiden.
Aisslinger verfolgt die Vision  von Produktplantagen als gewollte Provokation im Kontrast zu IKEA und Co. Dies möchte man auch mit anderen, alternativen Konzepten wie "Urban Farming" verbinden. Nun sucht man nach Unterstützung, um auf städtischen Grünflächen den Anbau von Gemüse und Möbeln zu demonstrieren und die Wirkung auf die Öffentlichkeit auszuloten sowie Aufmerksamkeit zu schaffen.
Das Konzept lässt sich mit weiteren Formen und Materialien erweitern. "Es gibt zum Beispiel schnellwachsende Pilzarten, die nach dem Aushärten eine hohe Festigkeit aufweisen", erklärt Lechner. Neben der Herstellung von Einrichtungsgegenständen ist es auch denkbar, ganze Strukturen für leichte Konstruktionen wie Gartenhäuser wachsen zu lassen.



Den Ursprung dieser Idee findet man in Indien. Das War-Khasi Volk stellte mit den Wurzeln der einheimischen Banyan-Feige Stege und Brücken her. Bis diese voll funktionsfähig sind dauert es 10-15 Jahre. Erwartet wird, dass diese Bauwerke eine Lebenszeit von 600 Jahren haben.



Ich pflanz mir ein Haus...
Nicht nur Möbel sondern auch Häuser sollen auf diese Weise hergestellt werden. Im Waldgartendorf bei Nentershausen-Triesch entwickelt sich seit 1992 ein herausragendes Permakultur Projekt. Diese Form der nachhaltigen Landwirtschaft nutzt die Kräfte der Natur. Durch bewusste Planung und intuitive Gestaltung entsteht ein produktives und stabiles Ökosystem. Die große Besonderheit im Waldgartendorf sind wachsende Häuser aus lebenden Bäumen von Konstantin Kirsch.



Viele Forschungen von Konstantin Kirsch basieren auf den Aufzeichnungen, die 1926 vom Naturbau-Pionier Arthur Wiechula in seinem Werk Wachsende Häuser aus lebenden Bäumen entstehend in Deutschland veröffentlicht wurden.

Studio Aisslinger, http://aisslinger.de/
Wikipedia: Tree shaping, http://en.wikipedia.org/wiki/Tree_Shaping
Naturbauten, http://www.naturbauten.org/index.html
Arthur Wichula, http://www.strecker-online.de/antiquariat/antiq001.html
Gebrauchsskulpturen, http://www.lebendlaube.de/gebrauchsskulpturen.html
Pooktre Tree Shapers -Bilder, Videos und mehr-, http://pooktre.com/photos/

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Philips präsentiert nachhaltige Designs für den ökologischen Haushalt

Wer zukunftsorientiert plant, für den ist Nachhaltigkeit Pflicht. Alle sprechen von ihr, aber was genau ist Nachhaltigkeit?
Im Schlussbericht der Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten vom 12. Juni 2002 gibt es folgende Definition:
Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.
© Philips

Der holländische Elektronikkonzern Philips präsentiert mit seinem neuen Design-Projekt “The Microbial Home” verschiedene Ansätze für häusliche Ökosysteme: Das menschliche Zuhause wird zu einer biologischen Maschine, in der die Restprodukte eines häuslichen Vorgangs zu den Eingangsmaterialien des nächsten Vorgangs werden. Das Haus filtert, prozessiert und recycelt, was wir üblicherweise als Abfall betrachten, zum Beispiel ungeklärtes Wasser und Müll.
© Philips

Biogas-Kücheninsel


© Philips
Die Biogas-Kücheninsel ist der Mittelpunkt im "Microbial Home System". Sie besteht aus einer Methangasanlage, die Exkremente und Gemüseabfälle in Methangas umwandelt.

Das Gas wird u.a. zum Kochen und zur Beleuchtung benutzt. Wasserleitungen werden vorgewärmt und  anderen Anwendungen des "Microbial Home System"  zur Verfügung gestellt. Der getrocknete Matsch-Rückstand der Biogasanlage kann sicher entfernt und als Kompost verwendet werden.



© Philips
Speisekammer
© Philips



Das Speisekammer-Konzept wurde entworfen, um „lebendesEssen“ mit Hilfe natürlicher Prozesse frisch zu halten (im Vergleich zum toten Essen im Kühlschrank). Die Speisekammer besteht aus einem evaporativem Kühlsystem, ähnlich der Verdampfungskühlung,


© Philips





  

und einem, in einen Esstisch eingebauten Gemüselagerungssystem.







Urbaner Bienenstock

© Philips


Der urbane Bienenstock soll Städtern die Bienenhaltung ermöglichen. Der Bienenstock ist so designed, dass es möglich ist die Bienen zu beobachten und den Honig zu ernten, den sie produzieren. Außen befindet sich ein Blumentopf, um die Bienen anzulocken, und eine Röhre, die den Outdoor-Teil mit dem eigentlichen Bienenstock verbindet. Innen befindet sich ein transparentes tropfenförmiges Glasgefäß, das Platten mit einer  Wabenstruktur enthält.                                                                                        
Bio-Licht

© Philips

Beim Bio-Light-Konzept von Philips erzeugen Bakterien biolumineszentes Licht. Die Bakterien befinden sich in den Glaskugeln, die durch Silikonschläuche verbunden sind und über diese wahlweise mit Methan oder kompostierbaren Stoffen des „Microbial Home“ ernährt werden. Die Bakterien verdauen diese Nährstoffe und luminenszieren dabei.
So benötigt das Bio-Light keine Steckdose und funktioniert unabhängig vom Strommnetz.



Paternoster

© Philips


Der Paternoster ist eine Upcycling-Maschine für Kunststoffabfälle. Mit Hilfe von Enzymen der Pilzkultur mycelium fungus können so Kunststoffverpackungen und Platikbeutel abgebaut werden, um schließlich essbare Pilze damit anzubauen.





© Philips


Das Plastik wird in kleine Späne gerieben und mit einer pilzartigen Starterkultur gemischt. Ein manuell drehbares Förderwerk verschiebt die Kanister im Kreis innerhalb eines dunklen Raums. Der Plastikboden wird jede Woche mit Myzel gemischt. Es dauert einige Wochen, um das Plastik oder anderen Abfall abzubauen. In späten Stadien wird der Inhalt dem Tageslicht (über eine Blendenöffnung) ausgesetzt und die Pilze beginnen zu keimen, wachsen und können gegessen werden.





Toilette
© Philips




Bei dieser Toilette werden Abwasser und Exkremente getrennt. Die Exkremente werden der Biogasanlage des "Microbial Home Systems" zu Verfügung gestellt, das Abwasser wird zur Säuberung durch einen Filter, bestehend aus Holzkohle, Sand und keramischen Filter, geleitet.






Zugegeben, nicht alle Ideen sind ausgereift. Der Imkerverband ist der Meinung, dass der urbane Bienenstock nicht funktionieren wird. Andere Ideen sind schon abgewandelt real umgesetzt worden. In Massachusetts z.B. speist aus Hundekot gewonnenes Methangas die Beleuchtung eines Parks.
Gewünscht wird, dass diese Designideen inspirieren und die Debatte um nachhaltiges Design vorantreiben.

Links:
Philips Projekt „Häusliche Ökosysteme“
Philips launches ‘Microbial Home’ new forward looking design concepts
Hundekot beleuchtet Massachusetts Hunde Park