mein erstes Gemüsebeet von meine-ernte

Dienstag, 14. Februar 2012

Rent a Beet - Gemüse satt in der Stadt

Wäre das nicht schön, frisches, leckeres Gemüse vom eigenem Beet? Kein Problem!
Auch wir Städter können uns selbst mit frischem Gemüse vesorgen. Eine gute Möglichkeit bietet ein Gemüsebeet, welches man für eine Saison mieten kann.
Inzwischen gibt es in Berlin und bundesweit mehrere Anbieter für einen Mietgarten. Vor Saisonbeginn wird der Garten vom Landwirt vorbereitet und mit etwa 20 verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt. Anfang Mai bis Mitte November übernimmt der Mieter die weitere Pflege des Gemüsebeetes.
Ein großer Teil der Anbieter legt Wert auf den ökologischen Gemüseanbau. Alle verzichten auf den Einsatz von Pestiziden und chemischen Spritzmitteln. Die meisten verzichten auch auf Mineraldünger und benutzen Biosaatgut und Biopflanzen.
Hier eine Aufstellung der Anbieter in Berlin:

Standorte: 
Bauerngarten Havelmathen, Kladower Damm 57, 14089 Berlin Spandau
Bauerngarten Mette, Querweg 3 1/2, 12529 Großziethen
Bauerngarten Blankenfelde-Pankow, Blankenfelder Chaussee 5, 13195 Berlin

Anbau:

Umstellungsphase zu  Bio nach EU-Öko-Verordnung und den Bioland-Richtlinien
Saatgut / Pflanzen:

Biosaatgut, Biojungpflanzen, Gemüsesamen und -pflänzchen werden kontinuierlich zur Verfügung gestellt
weiteres:

Bewässerungsservice,
Gartenwekzeuge, Kompost und vieles mehr werden vor Ort zur Verfügung gestellt,
regelmäßige Beratung und Workshops,
Arbeitsmaterial wie Erntekalender, Gartennewsletter, weitere Tipps online

Kosten:
ca 25m² / 230 Euro, ca. 45m² / 390 Euro
weitere Infos: 
http://www.bauerngarten.net


Standort: 
Berlin Buch, Verbindungsweg, 16341 Panketal (Neu Buch)
Anbau:
es wird nach ökologischen Prinzipien gearbeitet
Saatgut / Pflanzen:
samenfeste Sorten aus ökologischer Produktion, Gemüsesamen und -pflänzchen werden kontinuierlich zur Verfügung gestellt
weiteres:

Gartengeräte und Wasser werden vor Ort zur Verfügung gestellt,
zweimal pro Woche persönliche Betreuung,
Aushang mit aktuellen Tipps, Infos zum ökologischem Gärtnern online
Kosten: ca 45m² / 250 Euro, ca. 90m² / 480 Euro
weitere Infos:  
http://www.gartendersaison.de

Standorte:
Hof Lutz Gericke, Klein-Ziethener-Weg 17, 12355 Berlin Rudow (Gartensaison 2012 ist bereits ausgebucht)
Gartenbaubetrieb Vogel, Lindenbergerstr. 85, 13059 Berlin Wartenburg
Anbau:
meine ernte schreibt auf der Webseite zwar, dass die Gemüsegärten ökologisch bearbeitet werden, dies trifft aber nur zum Teil auf die Arbeiten in Berlin-Rudow zu (zu Wartenberg liegen mir keine Informationen vor), gedüngt wird im Vorfeld mit Mineraldünger. Während der Gartensaison gilt für alle Hobbygärtner: Verzicht auf leichtlösliche Mineraldünger sowie chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel
Saatgut / Pflanzen:
konventionelle Gemüsesamen und -pflanzen. Für Nachfolgesaaten werden keine Samen bzw. Jungpflänzchen zur Verfügung gestellt
weiteres:
Gartengeräte und Wasser werden vor Ort zur Verfügung gestellt,
einmal pro Woche Gartensprechstunde mit dem Landwirt,
Aushang mit aktuellen Tipps, wöchentlicher Newsletter mit Infos rund ums Anpflanzen, Ernten, Weiterverarbeiten, weitere Tipps online
Kosten: 
ca. 45m² / 179 Euro, ca. 85m² / 329 Euro
weitere Infos: 
http://www.meine-ernte.de

Mittwoch, 11. Januar 2012

Vortrag Christa Müller: “Urban Gardening. Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt”

Christa Müller, Soziologin und geschäftsführende Gesellschafterin der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis und der Stiftung Interkultur in München,  spricht in einem ca. einstündigem Vortrag über den größeren gesellschaftlichen Kontext und ihre Erfahrungen in verschiedenen Gemeinschaftsgarten-Projekten im deutschsprachigen Raum. Grundlage dazu bietet das von ihr herausgegebene Buch.

Der Vortrag fand am 7. November 2011 an der SoWi-Fakultät in Innsbruck statt und wurde vom Verein Wissenschaft und Verantwortlichkeit organisiert.

Zu hören gibt es das ganze hier: cultural broadcasting archive

Samstag, 7. Januar 2012

Urban Farming: Erobern Tomaten und Fische die Stadt?


Unter diesem Motto findet am 19.01. eine Vortragsveranstaltung in der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät, Berlin, statt.

"In vielen Großstädten der Welt werden Lebensmitteln auf Dächern, Terrassen und noch so kleinen Brachflächen angebaut. Urbane Landwirte und Gärtner in Berlin beginnen mit ihren Anbauflächen dasStadtbild zu verändern und müssen sich in Zukunft verschiedenen Fragen stellen:
Ist Urban Farming nur ein kurzzeitiger Trend oder verändert er nachhaltig den stadtpolitischen Umgang mit Frei- und Brachflächen in Großstädten?
Wie viel kann tatsächlich produziert werden und ist eine ökonomische Produktion möglich?
Wie viel Bio ist im städtischen Anbau möglich?"

Zeit: 19. Januar 2012, 18:30 Uhr
Ort: Hörsaal 7 (H7),  Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät, Invalidenstr. 42, 10115 Berlin (Mitte)
Anmeldung für die Veranstaltung ist bis spätestens 16. Januar 2012 per Email (veranstaltung@lgfalumni.de) erwünscht.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Guerilla Gardening mal anders - Plantbombs im Stricktäschchen

Plantbombs ©Heather Powazek Champ
Guerilla Gardening mit gestrickten Pflanztaschen, eine super Idee, die ich auf http://hchamp.com entdeckt habe. Dort gibt es auch eine Strickanleitung.
Anlässlich des International Yarn Bombing Day im Sommer diesen Jahres tat Heather Powazek sich mit ihrem Mann Derek, einem Pflanzenliebhaber, zusammen. Heather strickte kleine Täschchen und Derek füllte sie mit Erde und Pflanzen. Zusammen zogen sie los, um San Franciscos Straßen zu begrünen.

Samstag, 10. Dezember 2011

Dessau - Cut and Paste "Wo Gebäude fallen, entstehen Landschaften"

Shrinking Cities: Detroit ist wohl das bekannteste Beispiel.
Aber auch deutsche Städte sind von der Entwicklung schrumpfender Einwohnerzahlen betroffen.
Zum Beispiel Dessau: lebten hier 1990 noch 100.000 Einwohner, ist die Einwohnerzahl durch Abwanderung und demographischen Wandel heute um ein Viertel gesunken, 2025, so die Prognosen, schrumpft die Stadt auf

50.000 Einwohner.
Heike Brückner, Landschafts-architektin von der Stiftung Bauhaus Dessau möchte das Schrumpfen der Stadt steuern. Quer durch die Stadt wurde ein grüner Gürtel planerisch angelegt. Im Moment sind es 55 Hektar, geplant sind insgesamt 90 Hektar.
Unter dem Motto "400qm Dessau" wird jedem Interessierten eine Fläche in dieser Größe abgesteckt und dieses Claim kann dann kostenlos die nächsten 10 Jahre genutzt werden.
Eine Apothekerin holte sich gleich zwei Claims und legte einen

Apothekergarten an, es gibt urban farming Projekte, ein interkultureller Garten ist entstanden, der Imkerverein schuf eine Bienenweide, auf drei Claims pflanzte der Verein Energietisch Dessau nachwachsende Rohstoffe, es gibt einen Feng-Shui Garten, eine BMX Strecke,....Alle Gärten sind frei zugänglich.
Fördermittel sind ein Anreiz für den Abriss leerstehender Gebäude, Grundstücksspekulation für die nun aktraktivere Wohngegend wird vorgebeugt, indem man für dieses Gebiet keinen Bebauungsplan aufgestellt hat und es keine Fördermittel gibt.

Mehr Infos:
http://www.rioplus20kongress.de/files/ags/ag6b/ag6b_brueckner.pdf
Blätterrauschen "Eine Stadt schrumpft gesteuert" [pdf/1.2M]
Bauhaus Dessau

Freitag, 9. Dezember 2011

Zero Acreage - gebäudebezogene städtische Landwirtschaft in Berlin

Aquaponics with Vibrantly Colored PlantsUrban farming ist kein vorübergehender Hype.
Das Forschungsobjekt “ZFarm: Innovations- und Technikanalyse Zero Acreage Farming” will bis 2013 analysieren, welche Rolle die gebäudebezogene städtische Landwirtschaft in Berlin spielen und wie sie nachhaltig in die Stadtstruktur integriert werden kann.
Dr. Armin Werner, Sprecher des Forschungsverbunds erläutert: „Die Idee dahinter ist einfach: Frische Nahrungsmittel bei minimiertem Flächenverbrauch - also zero acreage - und reduzierten Emissionen. Flächen auf, in und an Gebäuden könnten für den Anbau aktiviert, Regenwasser zur Bewässerung gesammelt und Sonne und Abwärme der Gebäude als kostenlose Energiequellen genutzt sowie Stoffströme lokal besser organisiert werden.“

Technische, soziale, ökonomische und ökologische Potenziale werden herausgearbeitet. Als „ZFarm-Stadt“ kann Berlin zum Vorreiter einer urbanen Landwirtschaft werden und tragfähige Lösungen für Klimaanpassung, Flächenkonkurrenz und die sich abzeichnende Ernährungskrise aufzeigen.

Flyer zum Projekt

Dienstag, 6. Dezember 2011

Lesetipp: "Wundererde" im Test

Große Hoffnungen sind mit der "Wundererde" Terra Preta verbunden. Toter Boden soll wiederbelebt, Ressourcen geschont, CO2 gespeichert und Abwässer für die Bodenfruchtbarkeit genutzt werden.

Ist Terra Preta wirklich die Lösung für Agrarwirtschaft und Umwelt?

Dieses beleuchtet  Christiane Grefe in dem Artikel "Wundererde" im Test" -Terra Preta", ein fruchtbarer Humus der Indios, wird als vielseitiger Retter zerstörter Böden gepriesen.

Montag, 5. Dezember 2011

Filmtipp: Rettung aus dem Regenwald? - Die Wiederentdeckung der Terra Preta

Weltweit gehen die Böden durch falsche Landwirtschaft kaputt. Man versucht viel aus dem Boden herauszubekommen, bringt aber nur mineralisches und nichts organisches zurück.
Die Brandenburger Weizenböden, z.B., hatten vor 150 Jahren noch einen Humusgehalt von 4%, heute haben sie nur noch 0,1% und weniger Humus, also praktisch garnichts mehr.
Wenn sich nichts ändert, wird das, was der Mensch hier anrichtet, bei der Hälfte der Menschheit zur Hungersnot führen.
Ist Terra Preta die Lösung? - Ein Film von Ingo Schulze.
Rettung aus dem Regenwald? - Die Wiederentdeckung der Terra Preta
Der Film wurde vom ZDF ausgestrahlt und befindet sich in der Mediathek, ich hoffe noch recht lange.
Also, unbedingt ansehen!!!
Hier noch der Link zur Infoseite zum Film:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8366030,00.html

Samstag, 3. Dezember 2011

Vertikale Begrünung für die Werbung eines Autoherstellers

Diesen Sommer in Mailand entdeckt.



Peugeot begrünte eine Hausfassade, um Werbung für sein Elektroauto zu machen.
Hier noch eine Nahaufnahme.

Freitag, 2. Dezember 2011

Bosco Verticale - der vertikale Wald in Mailand

Mailand gehört zu den euroäischen Städten mit den höchsten Schadstoffbelastungen. In dieser Stadt wurde Stefano Boeri geboren, er studierte hier Architektur und lebt und arbeitet auch hier. 
Stefano Boeri kennt Mailand und seine Umweltprobleme ganz genau und er hat eine Vision. Er möchte Mailand in ein grünes, ökologisches „biomilano“ umwandeln, mit nachhaltiger Architektur in der Stadt und Revitalisierung von 60 verlassenen landwirtschaftlichen Betrieben am Stadtrand für die Allgemeinheit.
Bosco Verticale © BOERISTUDIO

Zurzeit verwirklicht er in Mailand zusammen mit seinem Architekturbüro Boeri Studio die wohl aufsehenerregendsten Hochhäuser der Welt, ein Architekturprojekt mit Namen ‚Bosco verticale’(engl. vertical forest, dt. vertikaler Wald). 2012 sollen sie bezugsfertig sein, zwei Wohnhäuser, 76 und 110 Meter hoch, deren Gebäudehüllen mit so viel Grün umgeben sind, wie es sonst in einem Hektar Wald zu finden ist. Insgesamt werden in ihrer Außenhülle 480 große und mittlere Bäume, 250 kleine Bäume, 5.000 Büsche und 11.000 Bodendecker-Pflanzen gepflanzt.
Bosco Verticale © BOERISTUDIO



Diese nachhaltige Architektur soll die klimatischen Bedingungen einer Großstadt ändern. Es soll ein günstiges Mikroklima geschaffen werden, Staub und CO2 aus der Luft gefiltert und die Luft durch Verdunstung von Wasser befeuchtet werden. Im Sommer werden die Wohnungen durch die Bäume angenehm schattiert, im Winter fällt durch die entlaubten Zweige genug Licht in die Wohnungen. Ebenso wird ein natürlicher Schallschutz für die Bewohner geschaffen.

Boeri Studio lehnt es ab, sich der Nachhaltigkeit im urbanen Umfeld auf technischem oder mechanischem Wege zu nähern.


Bosco Verticale © BOERISTUDIO


Durch die Bepflanzung soll  eine biologische Vielfalt zurück in die Stadt gebracht werden,  Vögel und Insekten sollen angelockt werden, so dass ein urbanes Ökosystem entsteht.

Die Kosten für diese nachhaltige Architektur liegen laut Boeri Studio etwa 5% über den Kosten eines „normalen“ Hauses. Bedenkt man den Mehrwert für Stadt, Menschen, Tiere und Klima, kann man nur hoffen, dass noch viele „Bosco verticale“ gebaut werden.




Links:
Bosco Verticale: Boeri Studio

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Philips präsentiert nachhaltige Designs für den ökologischen Haushalt

Wer zukunftsorientiert plant, für den ist Nachhaltigkeit Pflicht. Alle sprechen von ihr, aber was genau ist Nachhaltigkeit?
Im Schlussbericht der Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten vom 12. Juni 2002 gibt es folgende Definition:
Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.
© Philips

Der holländische Elektronikkonzern Philips präsentiert mit seinem neuen Design-Projekt “The Microbial Home” verschiedene Ansätze für häusliche Ökosysteme: Das menschliche Zuhause wird zu einer biologischen Maschine, in der die Restprodukte eines häuslichen Vorgangs zu den Eingangsmaterialien des nächsten Vorgangs werden. Das Haus filtert, prozessiert und recycelt, was wir üblicherweise als Abfall betrachten, zum Beispiel ungeklärtes Wasser und Müll.
© Philips

Biogas-Kücheninsel


© Philips
Die Biogas-Kücheninsel ist der Mittelpunkt im "Microbial Home System". Sie besteht aus einer Methangasanlage, die Exkremente und Gemüseabfälle in Methangas umwandelt.

Das Gas wird u.a. zum Kochen und zur Beleuchtung benutzt. Wasserleitungen werden vorgewärmt und  anderen Anwendungen des "Microbial Home System"  zur Verfügung gestellt. Der getrocknete Matsch-Rückstand der Biogasanlage kann sicher entfernt und als Kompost verwendet werden.



© Philips
Speisekammer
© Philips



Das Speisekammer-Konzept wurde entworfen, um „lebendesEssen“ mit Hilfe natürlicher Prozesse frisch zu halten (im Vergleich zum toten Essen im Kühlschrank). Die Speisekammer besteht aus einem evaporativem Kühlsystem, ähnlich der Verdampfungskühlung,


© Philips





  

und einem, in einen Esstisch eingebauten Gemüselagerungssystem.







Urbaner Bienenstock

© Philips


Der urbane Bienenstock soll Städtern die Bienenhaltung ermöglichen. Der Bienenstock ist so designed, dass es möglich ist die Bienen zu beobachten und den Honig zu ernten, den sie produzieren. Außen befindet sich ein Blumentopf, um die Bienen anzulocken, und eine Röhre, die den Outdoor-Teil mit dem eigentlichen Bienenstock verbindet. Innen befindet sich ein transparentes tropfenförmiges Glasgefäß, das Platten mit einer  Wabenstruktur enthält.                                                                                        
Bio-Licht

© Philips

Beim Bio-Light-Konzept von Philips erzeugen Bakterien biolumineszentes Licht. Die Bakterien befinden sich in den Glaskugeln, die durch Silikonschläuche verbunden sind und über diese wahlweise mit Methan oder kompostierbaren Stoffen des „Microbial Home“ ernährt werden. Die Bakterien verdauen diese Nährstoffe und luminenszieren dabei.
So benötigt das Bio-Light keine Steckdose und funktioniert unabhängig vom Strommnetz.



Paternoster

© Philips


Der Paternoster ist eine Upcycling-Maschine für Kunststoffabfälle. Mit Hilfe von Enzymen der Pilzkultur mycelium fungus können so Kunststoffverpackungen und Platikbeutel abgebaut werden, um schließlich essbare Pilze damit anzubauen.





© Philips


Das Plastik wird in kleine Späne gerieben und mit einer pilzartigen Starterkultur gemischt. Ein manuell drehbares Förderwerk verschiebt die Kanister im Kreis innerhalb eines dunklen Raums. Der Plastikboden wird jede Woche mit Myzel gemischt. Es dauert einige Wochen, um das Plastik oder anderen Abfall abzubauen. In späten Stadien wird der Inhalt dem Tageslicht (über eine Blendenöffnung) ausgesetzt und die Pilze beginnen zu keimen, wachsen und können gegessen werden.





Toilette
© Philips




Bei dieser Toilette werden Abwasser und Exkremente getrennt. Die Exkremente werden der Biogasanlage des "Microbial Home Systems" zu Verfügung gestellt, das Abwasser wird zur Säuberung durch einen Filter, bestehend aus Holzkohle, Sand und keramischen Filter, geleitet.






Zugegeben, nicht alle Ideen sind ausgereift. Der Imkerverband ist der Meinung, dass der urbane Bienenstock nicht funktionieren wird. Andere Ideen sind schon abgewandelt real umgesetzt worden. In Massachusetts z.B. speist aus Hundekot gewonnenes Methangas die Beleuchtung eines Parks.
Gewünscht wird, dass diese Designideen inspirieren und die Debatte um nachhaltiges Design vorantreiben.

Links:
Philips Projekt „Häusliche Ökosysteme“
Philips launches ‘Microbial Home’ new forward looking design concepts
Hundekot beleuchtet Massachusetts Hunde Park

Dienstag, 29. November 2011

meine ernte – Ende der Gartensaison, November 2011, Berlin-Rudow


Schön war die Zeit,  ja schön war die Zeit.   
Im Oktober geht es weiter mit unserer Gemüseernte in Berlin-Rudow. Die Kühltruhe wird immer voller und der letzte freie Platz wird schnell noch mit Rotkohl, Mangold und Weißkohl gefüllt. Die Gemüsebeete dagegen werden immer leerer und die abgeernteten Flächen zeigen das Ende der diesjährigen Gartensaison an.
Mitte Oktober haben wir den ersten Frost, die Kapuzinerkresse lässt die Köpfe hängen und die Blätter werden welk.
Trotzig wächst der Mangold weiter und auch Zucchinis und Kürbisse, Grünkohl, Rosenkohl und viele Kräuter können weiterhin geerntet werden. Ich hatte sogar Erfolg mit meinen Süßkartoffeln.










Am 7. November war für dieses Jahr Ende der Gartensaison auf dem meine ernte Acker und die Gemüsebeete mussten geräumt werden.












Am Wochenende vorher waren noch einmal viele Gärtner auf dem Acker. Das restliche Gemüse wurde geerntet .....












..... und nach Hause transportiert












Meine Petersilie ist in drei große Töpfe auf meinen Balkon umgezogen.








Schön war die Zeit, ja schön war die Zeit.
Das meine ernte Projekt habe ich zwar ohne lange zu zögern begonnen, denn die Aussicht auf frisches regionales, ja lokales Gemüse, ohne Gentechnik, ohne Behandlung mit Pflanzenschutzmittel war einfach zu verlockend, dennoch wusste ich nicht, ob der Gemüseanbau für ein Gartengreenhorn wie mich überhaupt möglich ist.
Bis auf einen Kritikpunkt, dazu später mehr, kann ich das meine ernte Projekt bei uns in Berlin-Rudow nur loben. Im Vorfeld war alles bestens organisiert, die Beete waren wie versprochen mit mindestens 20 verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen bepflanzt. Und zwar so, dass wir die ganze Gartensaison mehr als reichlich ernten konnten. Eine Freifläche und abgeerntete Stellen boten genügend Platz, um noch eigene Wünsche und Ideen zu verwirklichen und die Gemüsebeete bekamen so eine persönliche Note. Das Saatgut und die Pflanzen für die Neubepflanzung wurden nicht wie bei anderen Gartenprojekten zur Verfügung gestellt. Das ist aber auch kein Nachteil, denn so kann man sich die Gemüsesorten nach eigenen Vorlieben aussuchen und auch etwas seltenere Sorten säen oder pflanzen.
Der verregnete Sommer trug dazu bei, dass es wenig Arbeit gab. Gießen musste man selten, die Arbeit beschränkte sich auf ein wenig hacken, säen, pflanzen und ernten.
In der Woche waren das zwischen 1 und 3 Stunden.
Als Neuling bei den Gemüsegärtnern weiß man natürlich nicht so recht, wann etwas geerntet, wann und was nachgepflanzt werden kann. Hierbei wird man von dem wöchentlichen Newsletter von meine ernte so gut unterstützt, dass eigentlich nichts schief gehen kann. Für Fragen rund um den Gemüsegarten steht auch einmal die Woche der Landwirt in einer Fragestunde zur Verfügung und hilft bei allen Problemchen weiter.
Bei unseren Landwirten, der Familie Gericke, möchte ich mich an dieser Stelle auch für Ihr Engagement bedanken. Sie haben großartige Arbeit geleistet und bei Wüschen, z.B., dem Aufstellen einer Gemüsekiste, in die man Gemüse legt, welches man nicht so gerne isst oder welches einfach in so großen Mengen vorhanden ist, dass es zu viel ist, und aus der sich dann die anderen Gärtner etwas mit nach Hause nehmen können, sofort reagiert.
Im wöchentlichen Newsletter standen auch Tipps zur Lagerung, Weiterverarbeitung und Konservierung des Gemüses. Leckere Rezepte rundeten alles ab.
Einige Gärtner, die keinen Internetanschluss haben (so etwas gibt es) erzählten, dass Sie Fragen telefonisch mit meine ernte geklärt haben, für meine ernte kein Problem. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit Fragen und Kritik im Forum auf der Internetseite von meine ernte zu stellen oder direkt an meine ernte zu senden. Auch hier werden die Fragen schnell beantwortet und für konstruktive Kritik ist man offen. So wurde an alle Gärtner und Gärtnerinnen ein Fragebogen verschickt, um ein Meinungsbild über bestehende Wünsche und eventuelle Verbesserungen zu gewinnen und das meine ernte Angebot noch zu optimieren.

Bei all den positiven Aspekten, habe ich persönlich allerdings zwei Kritikpunkte.
Erstens: Ich würde gerne 100% Biogemüse auf dem Acker ernten.
Es wird kein Biosaatgut gesät und keine Biopflanzen gepflanzt. Noch unverständlicher ist, dass der Acker im Vorfeld mit Mineraldünger gedüngt wird. Abgesehen davon, dass für die Herstellung große Mengen Erdöl benötigt werden, gibt es noch weitere Kriterien, die den Einsatz von Mineraldünger nicht sinnvoll und nachhaltig machen.
Hier ein Auszug aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Dünger
„Problematisch sind die synthetischen Dünger in Anbetracht des enormen Energieaufwandes bei der Herstellung. Mineralische Phosphatdüngung führt zudem zu einer Anreicherung des toxischen und radioaktiven Metalls Uran im Boden und damit in der Nahrungskette, …Zudem kommt es zu einer Anreicherung des ebenfalls giftigen Metalls Cadmium, das über die Pflanzen in die menschliche Nahrungskette gelangt.“

Der Fernsehgärtner Elmar Mai schreibt auf der ZDF Internetseite folgenden Kommentar:
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Ein Kommentar von Elmar Mai

Aktuell werden Meldungen verbreitet, dass Düngerchargen radioaktiv verunreinigt seien. Pflanzenexperte Elmar Mai betrachtet diese Thematik kritisch und gibt Tipps für Alternativen.

Mineralische Dünger werden aus drei Komponenten gemischt, die Stickstoff-Verbindungen, Kalisalze und Phosphate enthalten. Dazu gehören bei guten Mischungen Spurenelemente wie Bor, Magnesium, Eisen und viele andere.

Diese Rohstoffe werden aus dem Bergbau gewonnen, das bedeutet, sie kommen von Lagerstätten aus aller Welt. Die radioaktive Belastung ist vermutlich durch Phosphate in die Düngermischung gekommen. Der Hauptlieferant für Phosphat weltweit ist derzeit Marokko.
  
Forderung nach Dumpingpreisen
Die Proben aus Marokko gelten allgemein als wenig belastet. Aber weil der Markt nach immer billigeren Rohstoffen schreit, werden auch Lagerstätten in anderen nordafrikanischen Staaten und sogar in Fernost ausgebeutet und kommen zu Dumpingpreisen nach Deutschland. Die Eingangskontrollen sind dabei unzuverlässig. Es ist bekannt, dass Phosphate aus dubiosen Quellen beträchtliche Verunreinigungen mit Schwermetallen aufweisen, schließlich handelt es sich um Verwitterungsprodukte unterschiedlichster geologischer Herkunft.
  
Erschreckend genug, dass die meisten dieser Produkte in der Nahrungsmittelerzeugung eingesetzt werden. Zum Trost sind nicht alle Düngemittel von dieser Problematik betroffen. Für den Verbraucher gibt es als Alternative nur die Möglichkeit, das Gemüse selbst anzubauen und dabei komplett auf Mineraldünger zu verzichten.
Alternative zu Mineraldünger: Gemüse selbst anbauen.

Organischer Dünger
Das Mittel der Wahl sind organische Dünger, die es überall im Fachhandel zu kaufen gibt. Diese Dünger werden aus pflanzlichen und tierischen Rohstoffen gewonnen und können weitestgehend als unbelastet bewertet werden. Sie habe mindestens die gleiche Wirkung, besitzen aber mehrere Vorteile: Sie werden nur langsam freigesetzt und können kaum überdosiert werden, daher fördern sie das Pflanzenwachstum schonend und Überschüsse wie bei Mineraldüngern gelangen nicht ins Grundwasser.
  
Organische Rohstoffe sind nachhaltig, weil sie aus tierischen und pflanzlichen Quellen stammen und aus Abfällen gefertigt werden, die ansonsten auf Mülldeponien landen würden. Auch schonen sie die Lagerstätten, denn Bergbau ist immer ein Eingriff in bestehende Ökosysteme, auch wenn er im Tagebau durchgeführt wird. Politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten werden genauso vermieden wie überflüssige Transporte rund um den Globus.
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Nachhaltig düngen heißt organisch düngen. Zwar hat die Familie Gericke in der nächsten Saison vor auch Rinderdünger einzusetzen, wird aber zusätzlich weiterhin Mineraldünger ausbringen. 
Alle Rudower Gärtner, die auch eine organische Düngung des Acker wünschen, möchte ich bitten, dies sowohl dem meine ernte Team als auch der Familie Gericke mitzuteilen. So lässt sich langfristig vielleicht doch noch was ändern.

Mein zweiter Kritikpunkt :-) :
Während der Gartensaison habe ich mich ausschließlich mit frischem Gemüse von meinem Beet ernährt. Jetzt zum ersten Mal wieder Salat und anderes Gemüse gekauft, mussten wir feststellen, dass uns dieses Gemüse nicht mehr schmeckt. Na ja, wir werden uns wohl oder übel für ein halbes Jahr daran gewöhnen müssen. – Denn dann geht es auf jeden Fall weiter mit einem Gemüsebeet von meine ernte, ich habe mich für die nächste Gartensaison bereits angemeldet und eine Parzelle reserviert.
Schön war die Zeit, ja schön war die Zeit.

Freitag, 28. Oktober 2011

Zwischennutzungen Eine Berliner Bilanz - Ein Ausblick für Berlin


Zum Thema Zwischennutzungen fand Mitte Oktober in Berlin eine Podiumsdiskusion unter dem Thema Zwischennutzungen  Eine Berliner Bilanz - Ein Ausblick für Berlin statt.
In dieser Podiumsdiskussion sollte zum einen eine Bilanz über die bisherigen Beiträge der Berliner Zwischennutzungen und Pionierleistungen zur Stadtentwicklung gezogen werden. Zum anderen sollte die Frage gestellt werden, ob diese in Zukunft weiterhin eine Bedeutung für die Stadt Berlin haben werden, und wenn ja, wie ihre Weiterentwicklung aussehen könnte. Inwieweit können aktuelle stadtgesellschaftliche Veränderungen durch Zwischennutzungen nachhaltiger gestaltet werden? Inwieweit sollen und können Zwischennutzer bzw. Pioniere gefördert und in die Stadtplanung eingebunden werden?

Mit Ines-Ulrike Rudolph (Pionierprojekte, Tempelhof Projekt GmbH), Stefanie Raab (COOPOLIS - Planungsbüro für kooperative Stadtentwicklung), Robert Shaw (Gründer Prinzesinnengärten), Dr. Dagmar Tille (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Projektleitung IBA Berlin 2020).

Hierzu ein Artikel auf  http://disurbanism.wordpress.com

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Urbanes Gärtnern - Gartenprojekte auf dem Tempelhofer Feld, Oktober 2011

Letztes Wochenende meinte das Wetter es gut mit uns und so waren auch die Gärten auf dem Tempelhofer Feld entlang der Oderstr. in Berlin-Neukölln wieder gut besucht. Viele Gärtner genossen entspannt die Herbstsonne, viele interessierte Spaziergänger kamen vorbei, erkundeten die vielen Hochbeete und informierten sich über die Gärten.

In vielen Hochbeeten wachsen noch Salat, Möhren, Kohlrabi, Rote Bete, Grünkohl und auch Rosenkohl, andere Beete bereiten sich auf den Winter vor. Jedes Beet hat seine eigene persönliche Note, was auch den besonderen Reiz ausmacht. Es gibt vieles zu entdecken und auch so manche Anregung.

Hier einige Fotoimpressionen vom letzten Wochenende:




Allmende Kontor, Stadtteilgarten Schillerkiez und Rübezahl e.V. können voraussichtlich für 6 Jahre eine 5000qm große Fläche auf dem Tempelhofer Feld für ihre Gartenprojekte nutzen.
In diesem Frühjahr starteten die Initiativen mit dem Bau der ersten Hochbeete. Diese Idee wurde von Anwohnern und Interessierten so gut aufgenommen, dass die Fläche inzwischen  für weitere Hochbeete nicht mehr ausreicht und es eine lange Warteliste gibt. Wie wäre es diesen Wunsch mit einer online-Petition und Unterschriftenliste zu untermauern?
Denn angesichts ausreichend vorhandener freier Flächen sollte der Senat für Stadtentwicklung sich hier kompromissbereit zeigen und den Gartenprojekten zusätzliche Flächen zur Verfügung stellen, so dass sich noch mehr Interessierte an diesen Projekten beteiligen können.  

Montag, 24. Oktober 2011

meine ernte - September 2011, Berlin-Rudow

Im September bin ich leider nicht dazu gekommen, daher heute eine kleine Rückschau auf den letzten Monat in unseren Gemüsebeeten von meine ernte in Berlin-Rudow.

Der Sommer bleibt weiter durchwachsen. Dem Gemüse scheint es zu gefallen und abgesehen vom Mehltau auf den Zucchinis und Kürbissen, gibt es keine weiteren  Krankheiten bei unserem Gemüse. Allerdings haben einige Tierchen Geschmack am Gemüse gefunden. Die Rote Bete ist teilweise angeknabbert und in einigen Lauchstangen befinden sich kleine Maden, die sich ihre Bahnen durch die Blätter fressen.

Interesse an unseren Gemüsebeeten haben auch andere Tiere und schenken uns ihre Aufmerksamkeit.
Kein Wunder angesichts der Gemüse-, Kräuter und Blumenvielfalt.






Bohnen und Zuckerschoten können noch immer geerntet werden.




Die Kartoffeln sind nun größtenteils geerntet.
Auf meinem Beet war die Ernte sehr ertragreich. Andere Gärtner berichteten, dass die Ernte nicht ganz so üppig ausgefallen ist.


Der Mangold ist für mich das Überraschungsgemüse auf den Beeten.
Er wächst und gedeiht die ganze Saison, ist frei von Krankheiten oder Schädlingsbefall und lässt sich vielseitig zubereiten.
Der einzige Nachteil ist, dass er sich nicht lange lagern lässt und am Besten noch am Tag der Ernte zubereitet werden sollte.








 Möhren gibt es nur wenige, diese aber mit        ausdrucksstarken Wachstumsformen.




Weiterhin  gibt es Salat, Weißkohl, Lauch, Rote Bete,  Zucchini,  Hokaido-Kürbisse, Tomaten, Paprika, Chillis und sehr lecker, der Zuckermais.









Tipp:
Das kleine Gartenglück  ein Artikel über meine ernte, unsere Beete in Berlin-Rudow und die beiden Gärtnerinnern vom Gemüsebeet "Oase".