mein erstes Gemüsebeet von meine-ernte

Montag, 27. Juni 2011

Nutzgarten auf dem Dach

Urban farming – Nutzgarten auf dem Dach








Hat man sonst keinen Platz, zieht der Gemüsegarten auf das Dach.











Angefangen hatte alles mit einigen Tomatenpflanzen auf dem Balkon in der alten Wohnung.

Als vor zwei Jahren der Umzug ins neue Haus ohne Balkon in Berlin-Mitte stattfand, war den Bewohnern sehr schnell klar, auf dem Dach sollte in Zukunft Gemüse gepflanzt und geerntet werden.


Die Statik bot die nötigen Voraussetzungen. So wurde auf die Dachabdichtung zunächst eine Wurzelschutzfolie aufgebracht, die vor eindringenden Pflanzenwurzeln schützt. Eine Schutzmatte schützt die Wurzelschutzfolie vor mechanischer Beschädigung und speichert gleichzeitig Wasser.

Darauf kam eine Drainageschicht, die Niederschlagswasser speichert und überschüssiges Wasser sicher abführt. Gleichzeitig findet eine Belüftung des Wurzelraumes statt. Das darauf liegende Filtervlies verhindert, dass kleine Partikel aus der Tragschicht geschwemmt werden und sichert die Funktionsfähigkeit der Dränageschicht. Abschließend wurde eine Schicht von ca. 30 cm Dachgartensubstrat ausgebracht. Das Substrat besteht aus Ziegelbruch und Pflanzerde. Der Ziegelbruch speichert sehr gut Wasser. Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre haben allerdings gezeigt, dass sich das Substrat nicht für eine direkte Aussaat eignet. Daher werden die Pflanzen in Töpfen vorgezogen und erst dann in das Substrat eingepflanzt. 



Inzwischen wachsen auf 20 qm Gemüse und Obst in Mischkultur. Gepflanzt wird, was man gerne isst. Es gibt 12 Tomatenstöcke mit 6 unterschiedlichen Sorten, Kohlrabi, verschiedene Salate, Rosenkohl, Blumenkohl, Bohnen, Gurken und Zucchini. Auch eine Himbeere wurde gepflanzt.






In Töpfen wachsen Erdbeeren und Kräuter und vier Weinstöcke stehen in Kübeln, die aus einfachen Beton-Gehwegplatten zusammengeklebt wurden.









Durch die baulichen Gegebenheiten, der Garten ist von Betonwänden umgeben, herrschen gute klimatische Bedingungen. Die Wände geben die tagsüber gespeicherte Sonnenwärme abends wieder ab und bieten einen guten Windschutz.












Wie ertragreich so ein Garten sein kann, erstaunt auch immer wieder die Dachgärtner und ein Dach ohne Gemüse wäre für sie gar nicht mehr vorstellbar.

Kommentare:

  1. Wow! Das ist unglaublich! Ich habe meine Gartenleidenschaft damals auch auf 20qm Dachterasse entdeckt - allerdings habe ich mein Gemüse komplett in Töpfen gezogen. Diese Variante hier ist wirklich konsequent und gefällt mir! Sollte ich mal keinen Hinterhof haben, brauche ich genau so ein Dach... ^^

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  2. Sehr schön und interessant!
    Gibt es Daten zur Haltbarkeit des Unterbaus? Nach wie vielen Jahren müssen die ersten Folien oder Fliese ausgetauscht werden?
    Was für Dünger verwendet ihr? Mulcht ihr auch?

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    1. Ist leider nicht mein Dachgarten. Habe beim Besitzer nachgefragt, aber noch keine Antworten erhalten. Dauert sicher noch etwas. Sobald ich mehr weiß, melde ich mich noch mal.

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