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Freitag, 2. Dezember 2011

Bosco Verticale - der vertikale Wald in Mailand

Mailand gehört zu den euroäischen Städten mit den höchsten Schadstoffbelastungen. In dieser Stadt wurde Stefano Boeri geboren, er studierte hier Architektur und lebt und arbeitet auch hier. 
Stefano Boeri kennt Mailand und seine Umweltprobleme ganz genau und er hat eine Vision. Er möchte Mailand in ein grünes, ökologisches „biomilano“ umwandeln, mit nachhaltiger Architektur in der Stadt und Revitalisierung von 60 verlassenen landwirtschaftlichen Betrieben am Stadtrand für die Allgemeinheit.
Bosco Verticale © BOERISTUDIO

Zurzeit verwirklicht er in Mailand zusammen mit seinem Architekturbüro Boeri Studio die wohl aufsehenerregendsten Hochhäuser der Welt, ein Architekturprojekt mit Namen ‚Bosco verticale’(engl. vertical forest, dt. vertikaler Wald). 2012 sollen sie bezugsfertig sein, zwei Wohnhäuser, 76 und 110 Meter hoch, deren Gebäudehüllen mit so viel Grün umgeben sind, wie es sonst in einem Hektar Wald zu finden ist. Insgesamt werden in ihrer Außenhülle 480 große und mittlere Bäume, 250 kleine Bäume, 5.000 Büsche und 11.000 Bodendecker-Pflanzen gepflanzt.
Bosco Verticale © BOERISTUDIO



Diese nachhaltige Architektur soll die klimatischen Bedingungen einer Großstadt ändern. Es soll ein günstiges Mikroklima geschaffen werden, Staub und CO2 aus der Luft gefiltert und die Luft durch Verdunstung von Wasser befeuchtet werden. Im Sommer werden die Wohnungen durch die Bäume angenehm schattiert, im Winter fällt durch die entlaubten Zweige genug Licht in die Wohnungen. Ebenso wird ein natürlicher Schallschutz für die Bewohner geschaffen.

Boeri Studio lehnt es ab, sich der Nachhaltigkeit im urbanen Umfeld auf technischem oder mechanischem Wege zu nähern.


Bosco Verticale © BOERISTUDIO


Durch die Bepflanzung soll  eine biologische Vielfalt zurück in die Stadt gebracht werden,  Vögel und Insekten sollen angelockt werden, so dass ein urbanes Ökosystem entsteht.

Die Kosten für diese nachhaltige Architektur liegen laut Boeri Studio etwa 5% über den Kosten eines „normalen“ Hauses. Bedenkt man den Mehrwert für Stadt, Menschen, Tiere und Klima, kann man nur hoffen, dass noch viele „Bosco verticale“ gebaut werden.




Links:
Bosco Verticale: Boeri Studio

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