mein erstes Gemüsebeet von meine-ernte

Mittwoch, 22. Juni 2011

48 Stunden Neukölln - Kunst in der Kleingartenkolonie Hand in Hand

48 Stunden Neukölln - Kunst in der Kleingartenkolonie Hand in Hand


Letztes Wochenende war es mal wieder so weit.
Einmal im Jahr wird Neukölln zwei Tage lang zum Kunst-Mekka Berlins. Das Kunst- und Kulturfestival 48 Stunden Neukölln präsentiert eine vielseitige Kunst- und Kulturszene an vielen Orten, eigentlich überall. 
In diesem Jahr stand das Festival, provokant in einem der sozial schwächsten Stadtteile Berlins, unter dem Thema „Luxus“.







Auch die durch den Bau des Campus Rütli vom Abriss bedrohte Kleingartenkolonie Hand in Hand stellte ihre Gärten Künstlern/innen für ihre Präsentationen und Aktionen zur Verfügung.





Nach Betreten der Kleingartenkolonie an der Rütlistr. boten zwei Aussichtsplattformen, ausgestattet mit Ferngläsern, den Blick in einen Garten, in dem sich die Fabelwesen Rümperiens in einer Baumkrone versteckt hatten.





Ein paar Gärten weiter eine Parzelle mit dem Thema „Where do we go from here? Und Jetzt?“. Die Antwort der Künstlerin Mirjam Dröge zum Thema „Luxus“ lautet Vielfalt, sowohl interkulturell als auch die Vielfalt der Natur in unserer unmittelbaren Umgebung. 






Passend  dazu gab es einen Workshop zur Herstellung von Seedballs, die an die Besucher verteilt wurden. Auch konnten Patenschaften für Pflanzen übernommen werden, mit der Bitte um eine Rückmeldung. So kann jeder, der mitmacht in seiner unmittelbaren Umgebung für eine Pflanzenvielfalt sorgen und zum Luxus beitragen.







Künstlerin Monika Schelk zeigte in einer Parzelle mit dem Motto „Blumen sind Luxus“ ihre Blumenbilder und von der Künstlerin Johanna Kleve waren Objekte zum Thema „Luxusflora“ zu sehen. Sie lässt besonders charaktervolle Äste beschnittener Bäume in neuem Glanz erstrahlen. Ihr Ausdruck des Respektes vor der Natur.




Die Küntlergruppe MAAN hatte ihr Projekt unter das Motto „Wenn Blumen lügen…“ gestellt. Betrat man den Garten, entdeckte man erst auf den zweiten Blick die Lüge. Kaum eine Blüte war echt, sondern aus Kunststoff, fast unsichtbar in echte Pflanzen eingebracht. 
 




Und auch die schönen roten Kirschen waren nicht echt. 
Begleitet wurde diese Installation von gelogenen elektrischen Impulsen der Pflanzen.

Einige Gärten weiter gab es „Glücksmomente in der Gartenboutique“. Hier waren dekorative Elemente, Fotografien und Bilder zu sehen. 




 „Luftpolsterfolie“ eine Installation von Angela Uhsadel.







Am Eingang Pflügerstr. möchte Frank Radix in einer Parzelle unter dem Thema „missing link – slowmotion performance“  die Abhängigkeit des Begriffes Luxus von gesellschaftlichen Werten und wirtschaftlichen Verhältnissen verdeutlichen. 
Kornkammern - Sinnbilder des (über) Lebens. Von einer Plattform betrachtet man Gerste auf dem Dach einer Kleingartenlaube. Schaut man durch das „Fernrohr“ entsteht das Standbild: Lautlose Ähren im Wind.




 „Luxus-Spinnerei“ präsentiert von Dagmar Langner.







Eine andere Parzelle hatte das Motto „Wandernde Gärten“. Antonia Humm und Andrea Gatzke suchten für bepflanzte Kisten auf Rollen Paten, die sich um diese Beete kümmern. Mit den "Wandernden Gärten" soll der Luxus und die Schönheit eines Gartens nach außen getragen werden. Zugleich handelt es sich dabei um ein soziales Experiment: Wie gehen die Nachbarn mit „grünem Luxus“ um?




Gemüse Korb© Lynn Peemöller


Der „Gemüse Korb – on Tour in Neukölln“, ein Projekt von Lynn Peemöller, startete am Samstag auf dem Festplatz der Kleingartenkolonie seine Tour durch Neukölln. 

Gemüse Korb© Lynn Peemöller
Gemüse Korb ist ein Experiment, den urbanen Raum für die Nahrungsmittelproduktion zu nutzen. Die mobilen Gemüsegärten (ausrangierte bepflanzte Einkaufswagen) werfen viele Fragen auf in Bezug auf öffentliche Räume, mögliche Verbindungen zwischen Stadtlandschaft und Nahrungsmittelproduktion und in Zusammenhang mit dem Thema „Selbstversorgung“, die Rolle des Menschen als Verbraucher/Schützer.  

Der Gemüse Korb also auch Modell für Nachhaltigkeit, Autonomie und Demokratie. Rund um die Welt zeigen Menschen, dass der Anbau von Nahrungsmitteln kein Luxus sein sollte sondern eine Notwendigkeit und in einigen Fällen, ein Symbol der Freiheit ist.

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